Sprechen und Zuhören im Königsberger Forst: Der Natur eine Stimme geben

Was hat uns die Natur zu sagen?
Friesenried. am 29. September fand im Königsberger Forst eine Veranstaltung der eher ungewöhnlichen Art statt. Im Format „Sprechen und Zuhören“, das der Verein Mehr Demokratie e.V. für schwierige Dialoge entwickelt hat, machten sich zwölf Teilnehmende auf den Weg, mit der Natur in einen neuen Dialog zu treten.

Was zunächst esoterisch klingt, gehört für viele ländlich lebende oder mit der Natur arbeitende Menschen zum Alltag. Helmut Scheel, Vorstandsmitglied im Netzwerk Rechte der Natur e.V., erläuterte auf dem Weg: „Sprache kennt viele Ausdrucksformen, nicht nur Worte. Wir lesen Veränderungen aus Farben, Gerüchen, dem Fühlen, Sehen, Hören und Spüren. All das sind Kommunikationsmittel, welche den Zugang zur Natur und deren Verständnis ermöglichen.“

Mit verschiedenen Impulsen im Gepäck ging es in den Wald. Dort leitete Andrea Katz vom Institut Katz in Füssen, professionelle Mediatorin und geübt im Moderieren kritischer Dialoge, gemeinsam mit Scheel die Kleingruppenphase und achtete auf Zeit und Ablauf. Vier Kleingruppen bildeten sich, jeweils aus drei Menschen und der Natur als vierter Teilnehmerin. In drei Runden erhielt jede und jeder, auch die Natur, vier Minuten, um zu reden oder zu schweigen. Die anderen drei hörten zu. In der abschließenden großen Runde trugen die Teilnehmenden ihre Erfahrungen zusammen.

Als überraschend und wertvoll erlebten sie, sich selbst beim lauten Denken zuzuhören. Weitere Stimmen: „So etwas habe ich seit meiner Jugend nicht mehr erlebt“, „Die Natur überdauert uns und holt sich das Menschengemachte wieder zurück“ und „Es wird auf Dauer alles gut werden.“ Mit einbrechender Dunkelheit gingen die Teilnehmenden im Licht des aufgehende Mondes berührt und nachdenklich nach Hause.
(Text und Bild: hs)

Veranstalter: Netzwerk Rechte der Natur e.V. und Allgäu FairNetzt

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